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Die urologischen Patienten der Region werden in der wöchentlichen Sprechstunde in unserem Haus von den Kollegen des Kantonsspitals Aarau behandelt und betreut. Dabei legen wir grossen Wert auf die enge Zusammenarbeit mit dem Team der Onkologie sowie dem interdisziplinären Tumorboard. Einfache Eingriffe führen sie bei uns durch, komplexe werden im Kantonsspital Aarau versorgt.

Leistungsangebot

Prostatavorsorge und Diagnose

Weshalb ist das Thema Prostatakrebsvorsorge wichtig?
Prostatakrebs ist die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern. Wird der Prostatakrebs rechtzeitig entdeckt, dann ist er heilbar. Prostatakrebs wächst meistens eher langsam und nicht jeder Tumor, der frühzeitig entdeckt wird, muss behandelt werden. Aber der aggressive behandlungswürdige Krebs muss rechtzeitig diagnostiziert werden.

Ab wann ist eine Vorsorgeuntersuchung angezeigt?
Männer zwischen 50 und 75 sollten mit dem Hausarzt über das Thema Prostatakrebsvorsorge sprechen und einen Bluttest, einen sogenannten PSA-Test, machen lassen. Abhängig davon, wie hoch der PSA-Wert ausfällt, wird der Arzt empfehlen, ob der Test alle ein, zwei oder drei Jahre wiederholt wird, und zwar bis ca. zum 70. bis 75. Altersjahr. Bei erblicher Vorbelastung in der Familie, empfiehlt sich der erste Test schon ab 45 Jahren.

Welche Vorsorgeuntersuchungen bietet die Urologie des KSA?
Wenn Ihr PSA-Test (Bluttest) einen erhöhten Wert zeigt, wird der Hausarzt Sie an uns überweisen. Um eine genaue Diagnose zu erstellen, gibt es folgende Untersuchungsmöglichkeiten:
 

  • Abtasten der Prostata durch den Enddarm
    Verhärtungen sind mit dem Finger gut ertastbar.
  • Ultraschall-Untersuchung (TRUS)
    Mit Hilfe einer Ultraschallsonde im Enddarm (transrektale Ultraschalluntersuchung, TRUS) lässt sich die Prostata darstellen und näher beurteilen. Auf diese Weise lässt sich die Prostatagrösse genau bestimmen und gewisse Erkrankungen wie Entzündungen, Steine, Zysten etc. werden sichtbar.
  • Prostatabiopsie mit TRUS
    Wenn nach den vorhergehenden Untersuchungen der Verdacht auf Prostatakrebs besteht, werden mehrere Gewebeproben durch den Enddarm und unter lokaler Betäubung aus der Prostata entnommen und dann vom Pathologen unter dem Mikroskop untersucht.
  • MRI-Spezialbiopsien – Magnetresonanz (MR)-gesteuerte Prostatabiopsie (erfolgt im KSA)
    In den meisten Fällen reicht für die Diagnose eines Tumors die Prostatabiopsie mit TRUS (transrektalem Ultraschall). In speziellen Situationen profitieren Patienten mit einem vermuteten Tumor der Prostata vom MR-Gerät der neuesten Generation des MR-Zentrums des KSA, das eine noch präzisere Darstellung der Drüse erlaubt. Je nachdem kann die Prostatabiopsie dann direkt MRI-gesteuert oder mittels der sogenannten TRUS-MRI Fusion durchgeführt werden. Damit lassen sich Tumore auch charakterisieren, was einen erheblichen Einfluss auf die weitere Behandlung hat.

Prostatavergrösserung

Ungefähr ab dem 40. Lebensjahr beginnt die Prostata - hauptsächlich unter hormonellen Einflüssen – zu wachsen. Es handelt sich hierbei um eine gutartige Wucherung des Binde- und Stützgewebes der inneren Zone der Prostata, die aber mit der Zeit zunehmend auf die Harnröhre drücken und so Beschwerden beim Wasserlassen verursachen kann. Diese treten in aller Regel mit steigendem Alter langsam auf, weshalb man manchmal auch von der «Altersprostata» spricht.

Therapie

  • Medikamente
    Im Frühstadium lassen sich die Symptome der benignen Prostatahyperplasie meist mit Medikamenten verschiedener Klassen lindern.
  • Die transurethrale Resektion TURP
    Dabei wird störendes Prostatagewebe entfernt bzw. abgeschabt. Die Operation erfolgt durch die Harnröhre mit Hilfe eines Endoskops dank dem eine feine Drahtschlinge eingeführt wird, über die elektrischer Strom fliesst. Damit wird das Gewebe schichtweise abgetragen und gleichzeitig die Blutstillung vorgenommen.
  • Die Holmium-Laser- Enukleation HoLEP (erfolgt im KSA)
    Eine modernere Methode, die das Prostatazentrum ebenfalls anbietet, ist die Entfernung des vergrösserten Prostatagewebes mittels Laser und Endoskop. Der Eingriff erfolgt ebenfalls durch die Harnröhre. Das Einsetzen des Lichtstrahls zur Entfernung des Gewebes wird über einen Monitor kontrolliert. Das Verfahren kommt bei besonders grossen Drüsen zum Einsatz und hat die offene Operation praktisch abgelöst.
  • Offene Adenomenukleation (erfolgt im KSA)
    Bei besonders starker Prostatavergrösserung oder bei gleichzeitig mitbeteiligter Blasenerkrankung wird durch einen kleinen Unterbauchschnitt eine offene Operation (transvesikale Adenomenukleation) durchgeführt.

Prostataentzündung

Es gibt zwei Formen der Prostataentzündung:

Akute bakterielle Prostataentzündung

Symptome

  • Brennen beim Wasserlassen
  • Häufiges Wasserlassen, abgeschwächter Harnstrahl
  • Schmerzen in der Blasenregion und Harnröhre
  • Oft Fieber und Schüttelfrost


Therapie
Die akute bakterielle Prostataentzündung kann in der Regel rasch und erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. Bei der chronischen Form braucht es meist eine längere Antibiotika-Therapie über mehrere Wochen.

Chronische bakterielle und abakterielle Prostataentzündung

Symptome

  • schmerzhaftes, erschwertes Wasserlassen
  • Druckgefühl/Schmerzen im Unterbauch und Dammbereich
  • schmerzhafter Samenerguss, Blut im Sperma
  • Häufiger Harndrang
  • Erektionsstörungen
  • Libidoverlust


Therapie
Die abakterielle Prostatitis ist die häufigste Form der Prostataentzündung (90%). Da die Ursachen nicht ganz klar sind, gibt es keine Standard-Behandlung. Zur Anwendung kommen: Medikamente zur Erleichterung des Harnflusses, entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente, gelegentlich auch pflanzliche Präparate.

Reizblase

Unter dem Begriff überaktive Blase (auch hyperaktive Blase, früher: Reizblase) versteht man eine funktionelle Störung der Blasenfunktion, ohne dass ein organisches Korrelat gefunden werden kann. Zu den Symptomen gehören ständiger Harndrang sowie häufiges Wasserlassen (Pollakisurie) und in manchen Fällen auch ein unkontrollierbarer Urinverlust. Ein Brennen beim Wasserlassen ist im Gegensatz zu einer Blasenentzündung nicht vorhanden.

Therapie
Es stehen verschiedene Medikamente zur symptomatischen Behandlung der Beschwerden zur Verfügung. Bei Frauen mit einem Östrogendefizit werden zusätzlich östrogenhaltige Lokaltherapeutika gegeben. Zur ganzheitlichen Therapie kann auch eine psychosomatische Mitbehandlung hilfreich sein. Auf jeden Fall sollten Antibiotika vermieden werden.

Blasenkrebs

Symptome
Das häufigste Symptom ist die Beimengung von Blut im Urin, ohne dass dabei Schmerzen auftreten (im Gegensatz zu einer akuten Entzündung der Blase). Dieses Blut im Urin kann mit dem blossen Auge erkennbar sein (Makrohämaturie) oder sich auch nur im Labor bei einer Untersuchung des Urins (Mikrohämaturie) zeigen. Durch die Blutung kann geronnenes Blut die Harnröhre verstopfen und Schmerzen verursachen. Im Spätstadium kann es durch einen grossen Tumor zu einem Harnaufstau in der Blase (wenn der Tumor den Blasenaus- oder -eingang verlegt) oder einem Nierenaufstau kommen (wenn der Tumor die Harnleitermündungsstellen verlegt) und damit verbunden zu Schmerzen im Bereich der Harnblase oder den Flanken führen. Bei bereits vorliegenden Absiedlungen in den Knochen (Knochenmetastasen) machen sich diese dann auch durch Schmerzen der betroffenen Skelettanteile bemerkbar.

Diagnose
Zur Diagnostik des Blasenkrebs gehört neben der Urinuntersuchung  eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und Harnblase. Bei grösseren Tumoren kann ein Blasentumor schon durch diese Untersuchung festgestellt werden.  Mittels einer Blasenspiegelung (Urethrozystoskopie) lassen sich Veränderungen in der Harnblase diagnostizieren. Hierbei kann auch bei unklaren Befunden eine Urinuntersuchung auf bösartige Zellen (Blasenspülzytologie) erfolgen. Im Weiteren erfasst eine Computertomographie, bei dem intravenös gegebenes Kontrastmittel über Nieren und Harnwegen ausgeschieden wird, Hinweise auf ein Harnblasenkarzinom sowie auf ggf. schon wieder vorliegende Tochtergeschwülste (Lymphknoten- oder Organmetastasen).

Einteilung
Die Klassifikation des Blasenkrebs richtet sich nach der Eindringtiefe in die Blasenwand (TMN-Klassifikation) sowie nach der Aggressivität des Blasenkrebs (low grade oder high grade). Diese Einteilung erfolgt nach der Operation durch die Gewebeuntersuchung (Pathologie).

Therapie
Die primäre Therapie eines Blasentumors ist die Operation (TURB). Hierbei wird das Gewebe mittels einer Blasenspiegelung durch die Harnröhre entfernt. Mittels eines feinen Endoskops wird eine Drahtschlinge in die Blase gebracht, über die ein Strom fliesst. Hiermit kann das Gewebe abgetragen werden und es erfolgt gleichzeitig eine Blutstillung. Nach der Operation kann in vielen Fällen ein Medikament über einen Katheter in die Harnblase eingebracht werden. Dieses Medikament (Farmorubicin) verringert das Risiko von erneut auftretenden Blasentumoren (Rezidive) und wird für ca. zwei Stunden in der Blase belassen. Nach der Operation verbleibt der über die Harnröhre eingebrachte Katheter für zwei Tage und kann im Anschluss problemlos wieder entfernt werden.

Ob eine Heilung durch die Operation erfolgt, eine längerfristige medikamentöse Behandlung mittels Blasenspülung (BCG-Instillation) nötig ist oder eine weitere Operation gemacht werden muss, richtet sich nach dem Befund der Gewebeuntersuchung.

Bei fortgeschrittenen Tumoren, bei denen eine Entfernung der Harnblase notwendig ist, kann eine Urinableitung mittels Ersatzblase (Ileum-Neoblase) oder mittels Stoma (Ileumkonduit) durchgeführt werden.

Nieren- und Harnleitersteine

Nierensteine sind kristalline Ablagerungen im Bereich des Nierenbeckenkelchsystems. Mit dem Übertritt in den Harnleiter werden diese dann zu Harnleitersteinen und können eine Nieren- bzw. Harnleiterkolik auslösen. Die Entstehung von Nierensteinen kann viele Ursachen haben, wie Flüssigkeitsmangel, Erkrankungen (z.B. Nebenschilddrüsenüberfunktion, vermehrtes Ausscheiden von Oxalsäure, Gicht oder bestimmte Infektionserkrankungen) oder  anatomische Besonderheiten des Nieren-Harnleitersystems, welche die Steinbildung begünstigen.

Symptome
Steine im Harnleiter können sich an Engstellen verklemmen und zu krampfartigen Muskelkontraktionen führen, welche sich als wellenförmige Schmerzen in der Flanke (Nierenkolik) zeigen. Im Urin ist Blut entweder sichtbar oder lässt sich in einer laborchemischen Untersuchung nachweisen. Durch den Urinstau  droht eine Schädigung der betroffenen Niere sowie eine durch Bakterien verursachte Nierenbeckenentzündung, welche in einer Blutvergiftung (Urämie) enden kann.

Therapie
Kleine Nieren- und Harnleitersteine (unter 5 mm) können von selbst die Passage über den Harnleiter bis zur Harnblase schaffen und spontan abgehen. Dies kann durch Schmerzmittel und muskelentspannende Medikamente unterstützt werden. Reine Urat- und Cystinsteine können auch mittels den Urin alkalisierende Medikamente aufgelöst werden. Oft muss jedoch im Rahmen einer Kolik oder zur Vorbereitung auf eine weitere Operation eine Schiene (Doppel-J-Katheter) in den Harnleiter eingelegt werden. Diese verhindert weitere Koliken und sorgt gleichzeitig für einen ungehinderten Urinabfluss. Weitere Massnahmen, welche in der Regel ambulant zur Steinbehandlung durchgeführt werden, sind:

  • Entfernung von Steinen mit dem Endoskop
    Dabei wird ein dünnes Instrument über die Harnröhre in die Blase und weiter in den Harnleiter eingeführt. Über einen Arbeitskanal lassen sich dann unter Sicht unterschiedliche Geräte zur Zertrümmerung und Entfernung der Steine einführen. Dies können Laser, spezielle Steinzertrümmer oder Sonden sowie Zangen sein.
  • Extrakorporale Steinzertrümmerung durch Stosswellen
    Bei diesem Verfahren wird versucht, mit Hilfe von gebündelten Schallwellen, die auf die betroffene Stelle gerichtet werden, den Stein so weit zu zerkleinern, dass er entweder spontan oder operativ entfernt werden kann.
  • Entfernung von Steinen mit dem Endoskop von aussen
    Diese Methode kommt vor allem bei grösseren Nierensteinen zum Einsatz. Dabei wird über einen kleinen Hautschnitt ein Endoskop in die Niere eingebracht. Anschliessend kann der Stein mittels Stosswellen zertrümmert und entfernt werden.


Vorbeugung (Metaphylaxe)

Falls ein Patient schon mehr als einen Nieren- oder Harnleiterstein hatte, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weitere Steine bilden. Um dies zu verhindern, muss die Ursache der Steinbildung gefunden werden. Dies ist durch Labor-, Blut- und Urinuntersuchungen sowie durch Erfragen des Essverhaltens möglich. Sinnvollerweise sollte die Zusammensetzung des zuvor entfernten oder spontan abgegangenen Steins im Labor analysiert werden. Ausserdem kann der über 24 Stunden gesammelte Urin hinsichtlich des Volumens, des pH-Wertes und dem Gehalt an Kalzium, Natriumsalzen, Harnsäure, Oxalat, Citrat und Kreatinin untersucht werden.

Wichtig ist im Allgemeinen die Veränderung der bisherigen Lebensgewohnheiten. Die einfachste und wirkungsvollste Art, das Risiko der Neubildung von Steinen zu vermindern, heisst mehr trinken, täglich 2,5 bis 3 l. Weitere ernährungsspezifische Änderungen der Essgewohnheiten sind individuell anzupassen und werden in einer speziellen Sprechstunde mit dem Patienten besprochen.

 

Hodentumore

Hodenkrebs ist eine bösartige Erkrankung der  Hoden mit einem gehäuften Auftreten zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr sowie 40. und 50. Lebensjahr. Er macht ca. 1% der Krebserkrankungen bei Männern aus. In der Schweiz erkranken jährlich etwa 300 Männer an Hodenkrebs, was circa neun Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner entspricht. Der Hoden gehört zu den männlichen Geschlechtsorganen. Er besteht aus dem Hoden selbst und dem Nebenhoden. Er ist für die Produktion der Spermien verantwortlich. Daneben wird im Hoden das männliche Hormon Testosteron gebildet. Sein mittleres Volumen beträgt 20 – 25 ml und seine mittlere Grösse ca. 5cm.

Symptome
Häufigstes Leitsymptom ist die schmerzlose Hodenschwellung. Zudem tastet der Patient selbst meist schon kleinere oder grössere Verhärtungen des Hodens. Gelegentlich berichten Patienten auch über ein dumpfes Ziehen in der Leiste oder im Hodensack (Skrotum). Akute Hodenschmerzen sind bei einem Hodentumor selten zu finden (20 – 25 %).

Diagnostik
Neben der körperlichen Untersuchung kommen bildgebende Verfahren (Sonographie, Computertomographie) zum Einsatz. Spezielle Blutuntersuchungen (Tumormarker) werden ebenfalls durchgeführt.

Therapie
Die Therapie des Hodentumor besteht in der operativen Freilegung über einen Schnitt in der Leiste der betroffenen Seite sowie der totalen Entfernung des Hodens und einem Teil des Samenstranges. Sollte es sich bei den Untersuchungen gezeigt haben, dass der Tumor evtl. schon Ableger (Metastasen) gebildet hat, stehen weitere Behandlungsoptionen zur Verfügung. Hierbei sind eine medikamentöse Therapie (Chemotherapie), eine Bestrahlung der Metastasen oder eine operative Entfernung  möglich.

Hodentorsion

Eine Hodentorsion ist eine akute Verdrehung von Hoden und Nebenhoden mit Unterbrechung der Blutzirkulation. Eine Ursache kann beispielsweise eine unzureichende Verwachsung der Hodenhüllen sein. In diesen Fällen reicht schon eine falsche Bewegung, zum Beispiel beim Krabbeln oder beim Sitzen auf einem Fahrradsattel aus, um eine Verdrehung zu erreichen. Häufig tritt diese Erkrankung im Säuglings- oder Kindesalter auf. Sie kann jedoch auch bei jugendlichen und erwachsenen Männern vorkommen.

Symptome
Eine Hodentorsion führt meist zu plötzlich auftretenden, stärksten Schmerzen im Bereich des Hodens. In der Hälfte der Fälle treten diese Schmerzen in der Nacht auf. Gelegentlich macht sich aber auch nur ein schleichend ansteigender Schmerz bemerkbar, der häufig mit einer Nebenhodenentzündung verwechselt werden kann. Der Schmerz kann auch in Bauch und Leistengegend der betroffenen Seite ausstrahlen. Der Hodensack ist an der entsprechenden Seite meist gerötet und der Hoden angeschwollen. Oft bemerkt der Patient auch, dass der betroffene Hoden höher steht.

Therapie
Eine Hodentorsion ist immer ein urologischer Notfall, da die Hodenverdrehung schon nach vier bis sechs Stunden bleibende Schäden hervorrufen kann. Durch eine Operation kann man den Hoden in den meisten Fällen retten und fixieren um eine erneute Verdrehung zu verhindern. In seltenen Fällen muss der Hoden entfernt werden. Im Rahmen der Operation erfolgt auch die Fixierung des nicht betroffenen Hodens, um eine vermeintlich zu erwartende Verdrehung an diesem zu verhindern.

Entzündung von Hoden / Nebenhoden

Hoden
Eine Entzündung des Hodens wird als Orchitis bezeichnet. Dieser ist dabei stark druck- und berührungsempfindlich. Ursachen sind insbesondere aufsteigende bakterielle, aber in manchen Fällen auch virale Infektionen (z. B. Mumps­orchitis). Die Orchitis ist eine mögliche Ursache für Unfruchtbarkeit.

Symptome
Bei der Hodenentzündung schwillt der Hoden (zum Teil bereits binnen weniger Stunden) an und schmerzt. Das Skrotum kann dabei hochrot und glänzend werden. In vielen Fällen ist eine begleitende Harnwegsinfektion vorhanden.

Nebenhoden
Eine Entzündung des Nebenhodens wird als Epididymitis bezeichnet. Sie entsteht meist durch ein Aufsteigen einer Blasen- oder Prostataentzündung über den Samenstrang und kann einseitig oder beidseitig auftreten. Es wird zwischen zwei Typen der Krankheit unterschieden, der akuten und der chronischen Epididymitis.

Symptome
Die Symptome einer Nebenhodenentzündung sind langsam zunehmende Schmerzen im Bereich des Hodens, Rötung und Überwärmung des Hodens sowie eine Schwellung im und um den Hoden eventuell begleitet von Fieber und Schmerzen beim Wasser lösen. Zudem kann auch Blut im Urin und im Sperma gefunden werden. Ebenso kann das Ejakulat gelblich wirken als Zeichen der Eiterbeimengung. Mitunter können die Symptome mit einer Hodentorsion verwechselt werden.

Therapie
Bei der Entzündung von Hoden oder Nebenhoden kommen begleitend zu einer antibiotischen Therapie allgemeine Behandlungsmethoden, die zur Schmerzlinderung und zum positiven Verlauf des Heilprozesses beitragen, wie strikte Bettruhe, Kühlung (mit Eisumschlägen) und Hochlagern der Hoden, zum Einsatz.

Varikozele (Krampfadern im Bereich des Hoden)

Eine Krampfader im Bereich des Samenstranges und des Hodens wird als Varikozele oder Varicocele testis bezeichnet und ist eine Krampfadernbildung im Bereich des Venengeflechts im Samenstrang. Zu einem hohen Prozentsatz (75–90 %) tritt die Varikozele linksseitig auf.

Symptome
Die Diagnose Krampfader im Bereich des Hodens ist oft eine Diagnose, die im Rahmen von Ganzkörperuntersuchungen (z.B. bei Musterungen) oder im Rahmen einer Kinderwunschsprechstunde gestellt wird. Oft findet man ziehende Schmerzen sowie das typische Bild eines Venengeflechtes in der Haut.

Therapie
Es gibt zahlreiche unterschiedliche operative Verfahren zur Therapie der Varikozele. Gemeinsam ist prinzipiell eine Unterbindung der Hodenvene. Die kann durch offen oder minimal-invasive Operationstechniken erfolgen. Eine alternative Möglichkeit dazu stellt die Verödung der Vene (Methode nach Tauber) dar.

Hydrozele (Wasserbruch)

Als Hydrozele oder Wasserbruch wird die Ansammlung von Flüssigkeit um den Hoden bezeichnet. Eine Hydrozele kann einseitig oder beidseits auftreten.

Symptome
Es zeigt sich eine Schwellung im Bereich des Hodensacks, welche nicht schmerzhaft ist. Bei extremer Schwellung kann eine Beschwerde im Alltag sein, dass es in der Hose eng wird.

Therapie
Die Therapie einer Hydrozele besteht in einer Operation, bei der über einen Schnitt im Bereich des Hodensacks die Umgebungshüllen des Wasserbruches sowie der Inhalt entfernt oder vernäht werden. Eine Punktion zeigt in der Regel keinen längerfristigen Erfolg.

Unser Team

Prof. Dr. med. Stephen Wyler
Chefarzt Urologie

Tel. +41 62 838 4734 (Sekretariat)

Dr. med. Andreas Sauer
Leitender Arzt Urologie

Tel. +41 62 838 4734 (Sekretariat)

Marianne Stauss
Leitung Pflege Endoskopie a.i.

Tel. +41 62 746 5022

Jacqueline Gyger
Sekretariat Urologie

Tel. +41 62 746 5109

Elena Schneeberger
Sekretariat Urologie

Tel. +41 62 746 5109